Die Tipps unseres Teams
- Halte am richtigen Ort: Die besten Aussichtspunkte auf Glencoe liegen nicht immer dort, wo man sie erwartet. Der kleine, informelle Parkplatz gegenüber den Three Sisters ist einen Stopp auf jeden Fall wert.
- Beim Fahren nie den Blick auf die Landschaft richten: Die Straße durch das Tal ist wunderschön, aber kurvenreich. Halte an, um die Aussicht zu genießen, und werde nicht mitten auf der Straße langsamer.
- Das Wetter wechselt schnell: In Glencoe kann innerhalb von 20 Minuten strahlender Sonnenschein in dichten Nebel übergehen. Genau das macht jeden Besuch einzigartig.
- Für das Lost Valley brauchst du gutes Schuhwerk: Der Weg führt bergauf und durchquert einen Fluss. Nimm Wanderschuhe mit, keine Sneaker.
- Komm im Sommer früh: Die Parkplätze an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind zwischen Juni und August schnell voll.
Glencoe: Praktischer Guide für den Besuch des spektakulärsten Tals der Highlands
Wenn die Highlands einen Personalausweis hätten, wäre das Foto wahrscheinlich in Glencoe aufgenommen worden. Berge, die zu beiden Seiten einer schmalen Straße steil emporragen, Licht, das sich von Stunde zu Stunde verändert, und diese zugleich majestätische und leicht melancholische Atmosphäre haben Generationen von Malern, Fotografen und Regisseuren inspiriert. Auch für Skyfall und Harry Potter wurden hier einige Szenen gedreht.
In diesem Guide nehmen wir dich mit nach Glencoe und zeigen dir alles, was du wissen solltest, bevor du dort einen Stopp einlegst, ganz egal, ob du allein oder mit Scotland Nomads unterwegs bist.
Wo liegt Glencoe und wie kommt man dorthin?
Glencoe liegt in den Western Highlands, etwa 1,5 Autostunden nördlich von Glasgow und gerade einmal 30 Minuten südlich von Fort William. Die Region gehört zu den wichtigsten Verbindungen zwischen Loch Lomond und der Isle of Skye und ist damit ein fester Bestandteil fast jeder Schottland-Rundreise mit dem Auto.
Die A82 durchquert das Tal von einer Seite zur anderen. Die gut ausgebaute Straße schlängelt sich zwischen den Bergen hindurch, also lohnt es sich, langsamer zu fahren und die Landschaft zu genießen.
Die Highlights von Glencoe
Die Three Sisters (Na Trì Peathraichean)
Drei majestätische Gipfel, die den Süden des Tals überragen. Sie sind das bekannteste Motiv von Glencoe und direkt von einem kleinen Parkplatz an der A82 aus zu sehen. Du musst nicht wandern, die Aussicht von der Straße ist spektakulär.
Das Lost Valley (Coire Gabhail)
Ein verborgenes Tal zwischen den Three Sisters, das du auf einer etwa zweieinhalbstündigen Wanderung hin und zurück erreichst. Der Weg ist stellenweise steil und führt durch einen Fluss, aber die Mühe lohnt sich: Dich erwartet ein abgeschiedenes Kar, in dem der Clan MacDonald früher gestohlenes Vieh versteckte.
Signal Rock
Eine kurze, familienfreundliche Wanderung von etwa einer Stunde durch den Wald zu einem Felsvorsprung mit schöner Aussicht über das Tal. Ideal, wenn du wenig Zeit hast oder mit Kindern unterwegs bist.
Buachaille Etive Mòr
Dieser pyramidenförmige Berg am Eingang des Tals gehört zu den meistfotografierten Motiven Schottlands, nicht zuletzt dank seiner Rolle als Kulisse in Skyfall. Die beste Aussicht hast du an der kleinen Brücke über den Fluss Etive, direkt darunter.
Der Glencoe Lochan
Ein kleiner künstlicher See, umgeben von Wald, mit kurzen und einfachen markierten Wegen. Bei ruhigem Wetter spiegeln sich die Berge im Wasser, ein tolles Motiv für Fotos.
Ein bisschen Geschichte: das Massaker von Glencoe
Glencoe hat eine ebenso düstere Geschichte, wie seine Landschaften schön sind. Im Februar 1692 wandten sich Soldaten des Campbell-Regiments, die nach den schottischen Gastfreundschaftstraditionen seit mehreren Tagen vom Clan MacDonald beherbergt wurden, auf Befehl der Regierung gegen ihre Gastgeber und ermordeten rund vierzig Clanmitglieder.
Dieses Ereignis ist als Verrat an der Gastfreundschaft, einem in der Kultur der Highlands heiligen Wert, im kollektiven Gedächtnis geblieben und hat die Identität des Tals tief geprägt. In Glencoe Village steht ein kleines Denkmal, und das Glencoe Folk Museum zeichnet diese Geschichte für alle, die mehr erfahren möchten, ausführlich nach.
Wann solltest du Glencoe besuchen?
Wie im übrigen Schottland ist Mai bis September die angenehmste Reisezeit: lange Tage, milderes Wetter und gut zugängliche Wanderwege.
Aber auch im Winter hat Glencoe seinen Reiz: Verschneite Gipfel und das flache Winterlicht verleihen dem Tal eine geradezu unwirkliche Atmosphäre. Wenn du außerhalb der Saison unterwegs bist, solltest du bedenken, dass die Lost Valley und Wanderungen in höheren Lagen Erfahrung und geeignete Ausrüstung erfordern.
Egal zu welcher Jahreszeit, nimm immer eine wasserdichte Schicht mit: Das Wetter in Glencoe ist für seine schnellen Wechsel bekannt, selbst innerhalb eines einzigen Tages.
Praktische Tipps für deinen Besuch in Glencoe
Parken
Die offiziellen Parkplätze (Glencoe Lochan, Lost Valley, Glencoe Visitor Centre) sind in der Regel kostenpflichtig. Die kleinen inoffiziellen Parkbuchten entlang der A82 sind kostenlos, aber nur begrenzt vorhanden. Parke niemals direkt am Straßenrand.
Das Glencoe Visitor Centre
Das Besucherzentrum wird vom National Trust for Scotland betrieben und ist ein guter erster Anlaufpunkt. Hier bekommst du Wanderkarten und aktuelle Wetterinfos. Außerdem kannst du noch einen Kaffee trinken, bevor du losziehst.
Mobilfunk
Direkt an der A82 ist der Empfang meist in Ordnung, aber sobald du in Seitentäler wie das Lost Valley vordringst, verschwindet er schnell. Lade deine Karten herunter, bevor du zum Wandern aufbrichst.
Wanderungen
In Glencoe steigt das Gelände schnell an, und in höheren Lagen kann das Wetter genauso schnell umschlagen. Bleib auf den markierten Wegen, sofern du nicht über solide Erfahrung im schottischen Bergland verfügst, und prüfe vor dem Aufbruch immer den Wetterbericht.
Glencoe mit Scotland Nomads
Glencoe ist Teil von Tag 2 unseres Roadtrips und liegt auf der Strecke zwischen Loch Lomond und Glenfinnan. Mit Scotland Nomads erkundest du das Tal in deinem eigenen Tempo und kannst jederzeit an den Aussichtspunkten anhalten, ganz ohne Zeitdruck.
Kein Bus, den du erreichen musst, kein Guide, dem du folgen musst. Nur du, dein SUV mit Dachzelt und eine der schönsten Straßen Schottlands, die vor dir liegt.